Perfektes Wetter für uns Menschen, zu windig für viele Insekten! In der zweistündigen Führung über die arrondierten Ackerflächen in Rödersheim zeigte uns Klaus Fix voller Begeisterung die Lebensräume von Insekten und Tieren in den verschiedenen Biotopen auf und um die Äcker sowie im Boden.



Wildbienen
Zu Anfang erklärte uns Klaus, wie stark die Symbiose bestimmter Pflanzen und Insekten ist. Bei Wildbienen zum Beispiel ist es so, dass ihr Lebenszyklus oft nur wenige Wochen andauert, in dem sie schlüpfen, auf Nahrungssuche gehen und wieder neue Eier im Boden ablegen (siehe Bild Erdlöcher von Wildbienen, zum Vergrößern klicken).
Genau in dieser Zeit müssen dann die Pflanzen blühen, auf die sie angewiesen sind. Kommt die Blüte später oder das Biotop wurde gemäht oder versetzt, ist ihr Radius meist zu begrenzt, um sich darauf einzustellen. Das kann dazu führen, dass die ganze Population stirbt. Interessant dabei ist dazu noch, dass es verschiedene Wildbienen etc. gibt, die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr schlüpfen und sich dabei auf bestimmte Blühpflanzen eingestellt haben.
Vernetzte Biotope

Im Bild sehen wir ein typisches Beispiel einer Biotopvernetzung: Im Hintergrund haben wir Hecken und Bäume, in denen Vögel nisten, im Vordergrund eine Blühinsel mit hauptsächlich Gräsern sowie kleineren Blühpflanzen, in denen viele Insekten leben, die den Vögeln als Nahrung dienen.
Klaus möchte hier, wenn es ihm seine Zeit erlaubt, noch einige Streuobstbäume pflanzen. Dies hat den Vorteil, dass sie von den Vögeln als Zwischenstation genutzt werden können, diese fliegen die Obstbäume an und können dann von dort aus gezielter auf Nahrungssuche gehen.
Gründüngung ist ein echter Zugewinn
Die Düngung mit Pflanzen spart den Zukauf von Dünger (im vierstelligen Bereich) und hat darüber hinaus viele Vorteile auch für den Boden: die Struktur verbessert sich und durch die eingebrachte Biomasse, vor allem durch die Wurzeln, wird die Erde mit vielen Nährstoffen angereichert, die die nachfolgenden Pflanzkulturen zum kräftigen Wachstum brauchen (was man auch schmecken kann!). So lassen sich ohne Weiteres danach Kartoffeln und Getreide anbauen, ohne dazwischen düngen zu müssen.
Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die Luzerne (siehe Bilder unten, zum vergrößern klicken). Sie bildet tiefe Wurzeln, die nach dem Verrotten entsprechende Luftkanäle hinterlassen, denn auch ein Boden will atmen.





Der Gründüngung setzt Klaus oft noch eine umfangreiche Blühpflanzen-Mischung hinzu. Sie stärkt die mikrobielle Vielfalt im Boden, reduziert dadurch Beikrautwuchs und Fruchtfolgekrankheiten.
Das biologische Biodiversitätsgemenge hat einen Leguminosenanteil von 57,6 % und besteht unter anderem aus:
- Ackerbohnen
- Platterbsen
- Bitterlupinen Karo
- Saatwicken Marianna
- Sojabohnen Merlin 000, geimpft
- Alexandrinerklee Tigri
- Perserklee Giro
- Sommerhafer Karl
- Rauhafer (Sandhafer) Pratex
- Öllein Zoltan Z2
- Sonnenblumen Peredovick
- Phacelia Stala
- Leindotter
- Gelbsenf Hanna
- Ringelblumen
- Dill
- Koriander
- Saatmais Avitus
Ausklang auf dem Hof
Dies war nur eine kleine Auswahl an Themen, die heute dran waren. Und als wir schon auf dem Weg zum Hof waren, bedauerte Klaus noch, dass er dies oder jenes vergessen habe. Das kommt dann bei der nächsten Führung dran!
Auf dem Hof war schon alles vorbereitet und nach dem langen Rundgang konnten alle eine Stärkung brauchen. Der Tisch mit dem Mitbringbuffet war reichlich gedeckt und in guter Stimmung ließen wir den Nachmittag ausklingen.


Liebe Grüße
Euer Markus


